Belavoro Aktuelles

GESUND IN DIE ZUKUNFT am 21.02.2019 von 13.00 Uhr – 18.00 Uhr in Dortmund
Informationsveranstaltung der Deutschen Psychologen Akademie in Kooperation mit der BDP Landesgruppe NRW und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe zu aktuellen Herausforderungen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung. Klicken Sie hier für Details

Landespsychologentag der Landesgruppe NRW des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP)
Am 1. September 2018 fand der Landespsychologentag in Dortmund unter dem Titel “Wie arbeiten wir digital?” statt. Neben Vorträgen und Workshops zu Online-Interventionen aus Behandlersicht und Sicht der Behandelnden, gab es auch einen Workshop der sich mit Digitalisierung und Führung beschäftigt hat. Dabei ging es darum aufzuzeigen, welche Kompetenzen eine Führungskraft in digitalen Zeiten benötigt und welche Antworten die psychologische Führungsforschung darauf hat.

Zusammenfassung des Workshops Digitale Führung (Autorin Petra Jagow):
Schon in der Vorstellungsrunde zeigte sich das rege Interesse der Teilnehmer am Thema, das M. Sc. Psych. Andrea Heine und M. Sc. Psych. Fatma Ates für uns vorbereitet hatten. Sowohl an der Universität als auch im beruflichen Feld wird lebhaft die Frage diskutiert, welche Kompetenzen Führungskräfte benötigen, um Unternehmensziele auch in Zukunft erfolgreich zu erreichen.
Die psychologische Forschung ergänzt um aktuelle Studien- und Forschungsergebnisse weist die transformationale Führung kombiniert mit einem partizipativen Führungsstil als optimales Konzept aus. Das gilt nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch, wovon sich die Teilnehmer im anschließenden Rollenspiel direkt überzeugen konnten.
So gemachte Erfahrungen ergänzt um weiterführende Anregungen wurden in der Schlussrunde zusammengetragen. Manche angestoßene Diskussion wurde sogar in der Mittagspause weitergeführt.

AOK Fehlzeitenreport 2018 (Pressemitteilung vom 4.9.2018)
Erleben Beschäftigte ihre Arbeit als sinnstiftend, so wirkt sich das positiv auf ihre Gesundheit aus: Sie fehlen seltener am Arbeitsplatz, haben deutlich weniger arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden und halten sich im Krankheitsfall häufiger an die ärztlich verordnete Krankschreibung. Zu diesem Ergebnis kommt das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer Repräsentativbefragung von über 2.000 Erwerbstätigen, die exklusiv im Fehlzeiten-Report 2018 mit dem Schwerpunkt “Sinn erleben – Arbeit und Gesundheit” erschienen ist. Dafür hat das WIdO auch erfragt, was den Menschen am Arbeitsplatz besonders wichtig ist. “Sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sowie das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun, sind Beschäftigten deutlich wichtiger als ein hohes Einkommen”, sagt Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Fehlzeiten-Reports.

Laut der repräsentativen Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), für die 2.030 Personen zwischen 16 und 65 Jahren befragt wurden, ist 98,4 Prozent der Befragten im Job am wichtigsten, sich am Arbeitsplatz wohlzufühlen. Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Kollegen (97,9 Prozent), ein gutes Betriebsklima (96,8 Prozent), die Loyalität des Unternehmens gegenüber den Mitarbeitern (96,8 Prozent) sowie ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten (92,4 Prozent) empfinden sie als bedeutsam. “Für das Sinnerleben sind den meisten Beschäftigten vor allem persönlich und sozial motivierte Aspekte ihrer Arbeit wichtig”, sagt Helmut Schröder. “Leider stimmen gerade hier Wunsch und Wirklichkeit oft nicht überein.” So äußerten nur 69,3 Prozent der Befragten, dass sich ihr Arbeitgeber ihnen gegenüber loyal verhält. Ein positives Betriebsklima erleben laut WIdO-Umfrage nur 78 Prozent der Beschäftigten.

Zusammenfassung eines eintägigen Seminars “Stressmanagement” für Führungskräfte aus dem Handwerk veranstaltet vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in Zusammenarbeit mit der IKK classic:
Wie erkenne ich eigene Stressmuster? Und welche Strategien zur Stressbewältigung gibt es? Diese und ähnliche Fragen standen am 21. Juni 2018 im Institut für Politikwissenschaften im Mittelpunkt einer weiteren Veranstaltung im Projekt „Fit für Führung und Familie“. Ein kurzer Rückblick fasst die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Seminar Stressmanagement zusammen.

Stress als individueller Prozess
Stress kann laut Psychologin und Betriebswirtin Andrea Heine als ein Prozess verstanden werden. Am Anfang steht eine Situation (Stressor), die – je nach persönlicher Bewertung – bestimmte Reaktionen auslöst. Das können Gedanken und Gefühle sein, die Reaktionen können sich aber ebenso im Verhalten oder auf der körperlichen Ebene zeigen. „Um das eigene Stresslevel immer wieder herunterzufahren, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Bewältigung“, so Frau Heine. Vor allem aber die problembezogene Bewältigung von stressig bewerteten Situationen wurde in dem Seminar Stressmanagement verstärkt thematisiert. Dabei wurde deutlich, dass eine Situation nur problemorientiert bewältigt werden kann, wenn das Individuum die Situation als beeinflussbar einschätzt.

Voraussetzungen der Stressbewältigung: Ressourcen erkennen und stärken
Die eigenen Ressourcen sind Faktoren, welche den Stressprozess in jedem Schritt positiv, bei fehlenden Ressourcen jedoch auch negativ, beeinflussen. „Zur Bewältigung, und auch schon zur Bewertung einer stressigen Situation, ist es wichtig zu wissen: Welche Ressourcen habe ich und welche möchte ich stärken?“, erklärt die Psychologin und Betriebswirtin. Dabei können zu den Ressourcen die sozialen Netzwerke gehören, genauso wie die Selbstfürsorge und der Umgang mit sich selbst und seinen Gedanken.

Was außerdem helfen kann: systematisches Problemlösen und eingeübte Entspannungsmethoden
Auch wenn es keine allgemeingültige Lösungsstrategie für den Umgang mit Stress gibt, kann systematisches Problemlösen hilfreich sein, um der Situation problemorientiert zu begegnen. Anhand eines Leitfadens wird dabei der Versuch unternommen, über den eigenen Tellerrand hinaus nach Lösungen für ein bestimmtes Problem, das Stress auslöst, zu suchen.

Daneben können auch klassische Entspannungsübungen (wie z.B. Atemübungen) helfen, die Stressreaktionen abzumildern. Wichtig ist, die Übungen regelmäßig anzuwenden und nicht erst, wenn der Akku schon auf Null ist. „Wenn Entspannungsmethoden nur in stressigen Lebensphasen angewandt werden, haben sie keine Wirkung. Die Übungen müssen in neutralen Phasen als Routine eingeübt werden, damit die Übungen mir auch in stressigen Phasen dabei helfen das Stresslevel wieder herunterzufahren“, so Frau Heine.
(Autorin Sabrina Benighaus)

DAK Gesundheitsreport 2016 – Schwerpunkt Gender und Gesundheit
Insgesamt ist der Krankenstand bei den DAK Versicherten um 0,2 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind sowohl bei Männern als auch bei Frauen die häufigste Ursache für Krankheitstage. Bei Frauen liegen die Fehltage aufgrund psychischen Erkrankungen jedoch fast gleichauf mit Muskel-Skelett-Erkrankungen und bilden die zweithäufigste Ursache für Fehlzeiten. Bei Männern hingegen liegen die psychischen Erkrankungen nach Erkrankungen des Atmungssystems und Verletzungen auf Platz vier.

TK-Gesundheitsreport 2016 – Schwerpunkt Gesundheit zwischen Beruf und Familie
Bei Erwerbspersonen im mittleren Erwachsenenalter (30 – 44 Jahre) wurden 2015 die meisten Fehltage mit den Diagnosen psychische Erkrankungen, gefolgt von Krankheiten des Atmungssystems sowie mit Krankheiten des Muskel-Skelettsystems erfasst. Für die mit zunehmendem Alter steigenden Fehlzeiten innerhalb der Gruppe des mittleren Erwerbsalters sind insbesondere Erkrankungen des Bewegungsapparates sowie psychische Erkrankungen verantwortich.

Am 1. Januar 2016 ist das neue Präventionsgesetz in Kraft getreten
“Krankheiten vermeiden, bevor sie entstehen”, so formulierte Gesundheitsminister Hermann Gröhe ein Ziel des neuen Präventsionsgesetzes. Mit den neuen Regelungen soll Gesundheit dort gefördert werden, wo sich die Menschen aufhalten, also zum Beispiel bei der Arbeit. Die Krankenkassen sind verpflichtet höhere Zuschüsse für die betriebliche Gesundheitsförderung zu leisten.

iga.Report 31 – Risikobereiche für psychische Belastung
Mit den Veränderungen in der Arbeitswelt verändern sich auch die Belastungen, die auf den Menschen bei der Arbeit einwirken. So hat sowohl der Anteil als auch die Vielfalt an psychischen Arbeitsbelastungen zugenommen. Und diese können sich je nach Ausgestaltung positiv oder negativ auf Körper und Psyche auswirken.

Der iga.Report 31 widmet sich diesem Gefährdungspotenzial von psychischen Belastungen und zeigt auf, welche Belastungsfaktoren nachweislich als Risikofaktoren für die Gesundheit von Arbeitnehmenden identifiziert werden können.

DGB-Index Gute Arbeit – Wie die Beschäftigten die Arbeitsbedingungen in Deutschland beurteilen
Mit der neunten Erhebungswelle zum DGB-Index Gute Arbeit wurden im Jahr 2015 mehr als 4.900 Beschäftigte nach der Qualität ihrer Arbeitsbedingungen gefragt. Neben den regelmäßig erhobenen Daten zur Belastungssituation, der Ressourcenausstattung sowie der Bewertung des Einkommens und der Arbeitsplatzsicherheit wurden die Beschäftigten in diesem Jahr nach den Ursachen von arbeitsbedingtem Zeitdruck befragt.

Insgesamt gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, sich bei der Arbeit sehr häufig oder oft gehetzt zu fühlen. Zwei Drittel der gehetzt Arbeitenden führen dies auf die vielen gleichzeitig zu bearbeitenden Vorgänge und Projekte zurück (Multitasking). 63 Prozent geben an, dass eine zu knappe Personabemessung ursächlich für das gehetzte Arbeiten ist. An dritter Stelle liegen mit 61 Prozent die ungeplanten Zusatzaufgaben, gefolgt von zu knapp vorgegebenen Terminen oder Zeitvorgaben.

Expertise von Psychologen bei der Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastung gefragt
Der Gesetzgeber schreibt zwar die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung vor, formuliert jedoch keine Vorgaben bezüglich spezifischer Erhebungsinstrumente und Methoden. Es steht eine Vielfalt an Methoden zur Verfügung. Es wird deutlich, dass es sich bei der Auswahl geeigneter Methoden und Analyseinstrumente um eine umfangreiche Aufgabe handelt, die arbeitspsychologisches Basisfachwissen zwingend voraussetzt. Beanspruchungs- und Gesundheitsanalysen sollten in der Hand von ausgebildeten Fachkräften bleiben (Quelle: Report Psychologie 11/12|15).