Belavoro Gefährdungsbeurteilung
50 Prozent der Wirtschaft sind Psychologie. Wirtschaft ist eine Veranstaltung von Menschen, nicht von Computern.
Alfred Herrhausen (1930 - 1989), dt. Bankier

Psychische Belastungen im Arbeitsumfeld erkennen und Maßnahmen ableiten

Die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung ist eine Präventionsmaßnahme. Bei Präventionsmaßnahmen wird unterschieden zwischen Verhältnisprävention und Verhaltensprävention. Die Verhältnisprävention zielt darauf ab, psychische Belastungen im Arbeitsumfeld zu erkennen und entsprechende Maßnahmen abzuleiten. Die Verhaltensprävention hingegen richtet sich auf das Verhalten einer einzelnen Person.

Bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung handelt es sich um eine Verhältnisprävention.

Viele Unternehmen sind verunsichert, seit im Herbst 2013 die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung im Arbeitsschutzgesetz §5, Absatz 6 verankert wurde. Der Gesetzgeber verpflichtet die Unternehmen dazu, eine ganzheitliche Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Das bezieht sich auf alle Unternehmen, aller Branchen, die mindestens einen Mitarbeiter haben.

Für die Umsetzung gibt es allerdings keine Vorgaben, was dazu führt, dass viele Unternehmen das Thema gar nicht oder halbherzig angehen. In anderen europäischen Ländern wird die Nichtdurchführung einer Gefährdungsbeurteilung jedoch bereits mit Geldbußen oder gar Haftstrafen geahndet, wie jüngst eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) belegt.

Die Zahlen sprechen eine unmißverständliche und deutliche Sprache: psychische Belastungen am Arbeitsplatz kosten Milliarden, sie verursachen die längsten Fehlzeiten, stellen die drittgrößte Krankheitsgruppe in Deutschland dar und sind die häufigste Ursache für Frühverrentungen.

Studienergebnisse zeigen darüber hinaus, dass sich Präventionsmaßnahmen nicht nur gesamtwirtschaftlich, sondern auch für das einzelne Unternehmen auszahlen.

Frühberentungen:
1993: 15,4%
2011: 41%

Ausfalltage steigen:
2001: 33,6 Millionen
2011: 59,2 Millionen
Die linken Balken zeigen die prozentuale Veränderung der Frühverrentungen aufgrund psychischer Belastungen von 1993 im Vergleich zu 2011.
Die rechten Balken zeigen die Anzahl der Fehltage aufgrund psychischer Belastungen von 2001 im Vergleich zu 2011. Grafik in Anlehnung an www.psyga.info

Was ist eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung?

Unter psychischer Belastung versteht man nach DIN EN ISO 10075-1 „die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken“. Dabei muss die psychische Belastung nicht per se zu Beeinträchtigungen der Gesundheit oder der Leistungsfähigkeit führen. Psychische Belastung kann auch positive Wirkungen haben. Erst wenn die psychische Belastung zu psychischer Beanspruchung führt, ist Handlungsbedarf angezeigt. Die DIN EN ISO 10075-1 definiert psychische Beanspruchung als “die unmittelbare (nicht die langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien”. Anhaltende beeinträchtigende psychische Beanspruchung birgt längerfristig Gesundheitsrisiken.

Gemäß der Leitlinie der GDA (Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie) „Beratung und Überwachung psychischer Belastung am Arbeitsplatz“ sind zu Fragen der psychischen Belastung insbesondere die folgenden Bereiche zu berücksichtigen:

Mit BELAVORO
Wie werden Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastung durchgeführt?

Die Vorgehensweise bei der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung erfolgt in Anlehnung an die Leitlinie der GDA in diesen Schritten:

Je nach Ihren Bedürfnissen kommen folgende Analyseinstrumente zum Einsatz:

Analyse,
Beurteilung,
Zielsetztung,
Maßnahmen entwickeln,
Maßnahmen auswählen,
Durch-/Umsetzung,
Evaluation,
Neubeginn der Analyse oder Weiterführende Entscheidungen
Grafik in Anlehnung an http://www.bdp-verband.org/bdp/archiv/gesunde-arbeit/BDP-Broschuere-03-Gefaehrdungsbeurteilung.pdf
Analyse,
Beurteilung,
Zielsetztung,
Maßnahmen entwickeln,
Maßnahmen auswählen,
Durch-/Umsetzung,
Evaluation,
Neubeginn der Analyse oder Weiterführende Entscheidungen
Grafik in Anlehnung an http://www.bdp-verband.org/bdp/archiv/gesunde-arbeit/BDP-Broschuere-03-Gefaehrdungsbeurteilung.pdf

Das gemeinsame Ziel ist es, Sie und Ihr Unternehmen zu befähigen, zukünftige Gefährdungsbeurteilungen eigenständig durchzuführen und problematische Entwicklungen bereits im Vorfeld wahrzunehmen, um diesen präventiv entgegenwirken zu können.